Für Behandler:innen
Vernetzung, Fortbildung und Fachliteratur
Informationen, Vernetzung und Austausch für Kolleg:innen, die ADHS und Autismus diagnostizieren und behandeln.
Psykrates-Mailingliste
Austausch mit über 1.000 Behandler:innen deutschlandweit zu ADHS/ASS-Diagnostik und -Therapie.
Mehr →Symposium
Symposium 2025 in Witten – Archiv: die Vorträge sind als Aufzeichnung verfügbar.
Mehr →Diagnostikinstrumente (ASSE_V04)
Strukturiertes klinisches Interview-Manual zur Autismus-Spektrum-Diagnostik für Erwachsene.
Mehr →Fachliteratur
Aktueller Originalartikel zu ADHS bei Frauen mit deutscher Zusammenfassung.
Mehr →Mailingliste „psykrates ADHS/ASS“
Über 1.000 Behandler:innen deutschlandweit tauschen sich hier über aktuelle Entwicklungen in der ADHS/ASS-Diagnostik und -Therapie aus.
Anmeldung
Zielgruppe: Behandler:innen, die ADHS und Autismus diagnostizieren und behandeln.
- Mailingliste: www.psykrates.de/adhs+ass
- Neues Forum: forum.psykrates.net
Symposium 2025 (Archiv – Aufzeichnung verfügbar)
Am 27. und 28. September 2025 fand das erste Symposium der Mailingliste „psykrates ADHS/ASS“ in der Universität Witten/Herdecke statt. Die Veranstaltung ist vorbei – die Vorträge sind jedoch weiterhin als Aufzeichnung erhältlich.
Vorträge ansehen
Symposium verpasst? Die Vorträge sind weiterhin per Video erhältlich. Für 49 € sind alle Vorträge (ca. 8 Stunden Stream) abrufbar unter:
Hinweis: Der Link auf der Symposiumsseite selbst funktioniert nicht mehr – bitte den obigen Link nutzen.
ASSE_V04 – Autismus-Spektrum-Diagnostik für Erwachsene
Das ASSE_V04 ist ein strukturiertes klinisches Interview-Manual zur Diagnostik von Autismus-Spektrum-Störungen im Erwachsenenalter (ICD-10 F84.0/.1/.5 · ICD-11 6A02). Entwickelt von Nils Kruse, Allegra Muthwill und Ralf Jostes (Witten 2026), orientiert es sich am ACIA und richtet sich an psychotherapeutische und ärztliche Praxen sowie Spezialambulanzen.
Das Manual erfasst neun Kernbereiche – von sozialer Interaktion über Sensorik und Interozeption bis zu Stärken und Ressourcen – und legt besonderen Wert auf Masking, subtile und weibliche Präsentationsformen, hormonelle Symptomvariationen sowie hochfunktionale Verläufe. Jedes Item ist halbstrukturiert mit Leitfragen, Beobachtungshinweisen, differenzialdiagnostischer Einordnung und einer standardisierten Bewertung (0–3/9) aufgebaut. Eine vollständige Erhebung umfasst etwa 120–150 Minuten in zwei Sitzungen. Vorab-Screenings (AQ-10, RAADS-R, CAT-Q, ASQ-W) können die Interview-Zeit reduzieren.
Erhältlich in der Fachbibliothek der IDA-Health-Plattform für 15 €:
Zum Interview in der Fachbibliothek (IDA Health)
Hinweis: Der Zugang zur Fachbibliothek erfordert einen professionellen Login.
Fachliteratur: Aktueller Originalartikel zum Download
Research advances and future directions in female ADHD (englisch)
The lifelong interplay of hormonal fluctuations with mood, cognition, and disease.
Deutsche Zusammenfassung: ADHS bei Frauen – der Einfluss hormoneller Schwankungen
Hintergrund
ADHS ist bei Mädchen und Frauen stark unterdiagnostiziert und unterforscht. Die Symptome äußern sich oft anders als bei Jungen, was zu späten oder falschen Diagnosen führt. Frauen kompensieren ihre Symptome häufig, was die Erkennung zusätzlich erschwert.
Hormone und ADHS
Der Artikel betont die enge Verbindung zwischen hormonellen Veränderungen (Pubertät, Menstruation, Schwangerschaft, Wechseljahre) und ADHS-Symptomen bei Frauen. Schwankungen des Östrogen- und Progesteronspiegels beeinflussen die Dopaminfunktion – ein zentrales Element bei ADHS.
Lebensphasen & Herausforderungen
- Pubertät: Verschiebung im Beginn der Menstruation möglich; erste depressive Symptome treten oft auf.
- Menstruationszyklus: Verschlechterungen in der prämenstruellen Phase (Konzentration, Stimmung).
- Schwangerschaft: Uneinheitliche Wirkung – Besserung oder starke Verschlechterung möglich.
- Peri-/Menopause: Starke Zunahme der Symptome, kognitive Einbußen, erhöhtes kardiovaskuläres Risiko.
Weitere Themen
- Sexuelle Gesundheit: Höheres Risiko für riskantes Sexualverhalten und sexuelle Traumata.
- Empfängnisverhütung: Hormonelle Verhütungsmittel können depressive Symptome verstärken.
- Gynäkologische Erkrankungen: Erhöhte Häufigkeit von PCOS, Endometriose und vorzeitiger Menopause bei Frauen mit ADHS.
- Exekutive Funktionen: Frauen zeigen andere Profile als Männer – besonders bei Impulskontrolle und Organisation.
Forschungslücken
- Geschlechtersensible Diagnosekriterien fehlen
- Angepasste Therapien über den Lebensverlauf
- Studien zur Wirkung von Hormonen auf ADHS-Symptome
- Langzeitstudien zu Risiken in Schwangerschaft und Menopause
Fazit
Ein Umdenken in Forschung, Diagnostik und Therapie von ADHS bei Frauen ist notwendig. Der Artikel fordert mehr interdisziplinäre und lebensphasenorientierte Forschung – besonders unter Einbeziehung von Betroffenen.
Deutsche Zusammenfassung KI-unterstützt erstellt (ChatGPT).
Kostenlose Begleit-Apps für Ihre Patient:innen
Zwei kostenlose Web-Apps aus unserer Praxis unterstützen erwachsene Patient:innen nach der Diagnose. Beide laufen im Browser, lassen sich am Handy wie eine App installieren, funktionieren offline und speichern alle persönlichen Einträge ausschließlich lokal auf dem Gerät – es werden keine Daten an die Praxis oder Dritte übertragen. Sie können Ihre Patient:innen ohne Registrierung oder Kosten direkt darauf verweisen.
ADHS-Kompass (nach der ADHS-Diagnose): Psychoedukation zu ADHS im Erwachsenenalter, Checkliste für die ersten Schritte inkl. Vorbereitung des Facharzttermins, regionale Anlaufstellen (Witten/Bochum/Dortmund), täglicher Selbstbeobachtungs-Check-in sowie ein Medikations-Tagebuch (Selbsteinschätzung auf sechs Skalen, Nebenwirkungs-Dokumentation, grafischer Verlauf der eigenen Einträge über die Zeit) – als CSV exportierbar für den Behandlungstermin. NEU: optionales Zyklus-Protokoll (Periodenbeginn/-ende, zyklusbezogene Beschwerden); Zyklustag und -phase erscheinen zur Information direkt im Verlauf, mit einer Übersicht der Selbsteinschätzungen je Zyklusphase – hilfreich angesichts der Befundlage zu hormonellen Symptomvariationen bei Frauen mit ADHS (siehe Fachliteratur oben).
Spektrum-Kompass (nach der Autismus-Diagnose): Psychoedukation zu Reizverarbeitung, Masking, Overload und autistischem Burnout, Checkliste für die Zeit nach der Diagnose, regionale Anlaufstellen sowie ein täglicher Check-in (Energie, Reizbelastung, soziale Batterie, Masking, Stimmung) mit Ressourcen-Fokus. NEU: ebenfalls optionale Zyklus-Beobachtung mit einer Übersicht der eigenen Check-in-Einträge je Zyklusphase. Zusätzlich können Gesprächsprotokolle aus der Praxis per QR-Code direkt auf das Gerät der Patient:innen übertragen werden.
Beide Apps sind reine Informations- und Dokumentationshilfen (Psychoedukation und digitales Tagebuch) ohne diagnostische oder therapeutische Funktion – sie werten keine Angaben aus, geben keine Empfehlungen zu Diagnose, Medikation oder Therapie und sind keine Medizinprodukte.
Kollegialer Austausch
Sie haben eine fachliche Frage oder möchten sich kollegial austauschen? Schreiben Sie uns eine E-Mail – oder vernetzen Sie sich direkt über die Mailingliste „psykrates ADHS/ASS“.
E-Mail an praxis@diagnostik-jostes.info